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PCP

Substanz

Phencyclidin (PCP) wurde in den 50-er Jahren in den USA als Narkosemittel entwickelt. Es wurde 1965 vom Markt genommen und darf seither nur von Tierärzten benutzt werden (vor allem als Beruhigungsmittel für Schlachtvieh). Es ist als weißes, kristallines Pulver, Flüssigkeit, in Tablettenform, als Zäpfen bzw. Kapseln oder als gasförmiges Spray erhältlich. PCP wird auch als "Angels dust", "Engelsstaub", "Elefantenkiller", "Loveleys" (in PCP getunkte Zigaretten), "Space base" (PCP und Crack), "Black dust" oder "Sunshine" (PCP und Heroin) bezeichnet. Ein weiterer Szenename für PCP ist Crystal. Dies hat aber nichts mit dem methamphetaminhaltigen Crystal zu tun und eine Verwechslung kann hier fatale Folgen haben. PCP gehört laut BtMG zu den illegalen Substanzen. Einnahme In der Regel wird PCP in Form von Pillen oral eingenommen oder zerkleinert durch die Nase gesnieft. Mit dem Spray werden z.B. Cannabis- oder Petersilienblätter besprüht (sogenannte Hogs oder Shermans) und geraucht. Der intravenöse Gebrauch ist ebenfalls möglich, wird jedoch selten angewandt.

Wirkung

Oral konsumiert tritt die Wirkung nach 20 bis 60 Minuten ein und der Rausch hält bis zu 2 Stunden an. Nasal konsumiert oder geraucht tritt die Wirkung bereits nach wenigen Minuten ein. Bei hohen Dosierungen von über 50mg kann es zu Rauschzuständen kommen, die bis zu 48 Stunden anhalten. Die Wirkung von PCP ist sehr unberechenbar und stark abhängig von der Dosis, der momentanen Verfassung (Set), der Umgebung (Setting) und bisherigen Erfahrungen. Bei geringer Dosis sind möglich: Euphorie, Enthemmung, Erregtheit, Rastlosigkeit, Ausgeglichenheit, Schweregefühl in Armen und Beinen, Benommenheit, Schmerzunempfindlichkeit, Wahrnehmungsverzerrungen, Halluzinationen, dämpfende Wirkung und Aggressionen (sehr umstritten, es gibt dazu unterschiedlichste Aussagen). Bei höherer Dosierung wirkt PCP narkotisch und der Benutzer kann mitunter bewusstlos werden und verfällt später in einen starren, apathisch wirkenden Zustand. Die Kontrolle über den Körper geht verloren und äußert sich in Bewegungsunfähigkeit, unartikuliertem Sprechen und unlogischem Denken. Der Benutzer fühlt sich von der Außenwelt abgeschnitten und Halluzinationen (vor allem akkustischer Art in Form von "Geisterstimmen") können verstärkt auftreten.

Kurzzeitwirkungen

Verengte Pupillen, beschleunigter Puls, Blutdruckanstieg, innere Unruhe, Orientierungslosigkeit, zusammenhangloses Denken, Verwirrtheit, gesteigerter Appetit, Übelkeit, Erbrechen sowie ein verändertes Orts- und Zeitgefühl können auftreten. Beeinträchtigungen der Konzentrationsfähigkeit, des Sprachvermögens, des Erinnerungsvermögens und der Körperkoordination sind möglich. Bei Überdosierungen kann es zu einem Zustand der "Erstarrung" oder sogar Koma, Krampfanfällen und zu einer tödlichen Atemdepression (Atemlähmung) kommen.

Langzeitwirkungen

Nach häufigem Gebrauch von PCP wurden Paranoia, Verwirrung, Aggressivität und unkontrollierte Halluzinationen - auch ohne Einnahme der Droge - beobachtet. Ob dies durch PCP-Ablagerung in Fettgewebe und Hirn (Depot-Wirkung) erklärt werden kann, ist ebenso umstritten wie dadurch bedingte "Flashbacks". In einer Untersuchung neigten Personen mit ehemals häufigem PCP-Konsum, die über ein Jahr nicht mehr konsumiert hatten, häufiger zu irrationalem, unvorhersehbarem Verhalten als Personen ohne PCP-Erfahrungen. Bei dauerhaftem Konsum können tagelange Verwirrtheitszustände und auch Psychosen auftreten. Bei regelmäßigem Konsum besteht die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit.

Nachweisbarkeit

PCP lässt sich im Urin zwei bis vier Tage nach der letzten Einnahme nachweisen. Bei regelmäßigem Konsum kann sich PCP - durch die Einlagerung der Droge im Fettgewebe des Körpers - entsprechend länger nachweisen lassen.

Mischkonsum

Der Mischkonsum von PCP mit Alkohol oder anderen Downern kann die Wirkung und Nebenwirkungen verstärken. Es kann zu bedrohlichen Halluzinationen, Ohnmacht, Atemdepression und Atemstillstand/-lähmung kommen! Wird PCP zusammen mit Halluzinogenen konsumiert, werden die psychedelischen Effekte verstärkt, dies kann Horrortrips zur Folge haben.

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